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Hilfesystem für Betroffene (EHS) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: JoKr   
Mittwoch, den 27. Juli 2016 um 09:04 Uhr
Weitere drei  Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen und Hessen) übernahmen  am Ergänzenden Hilfesystem (EHS) für Betroffene
sexuellen Missbrauchs im staatlichen Bereich die Verantwortung.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Ich begrüße es sehr, dass mit
Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Hessen weitere Länder ihre Verantwortung
als Arbeitgeber für Einrichtungen tragen, in denen es zu sexuellem Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen durch Beschäftigte des Landes gekommen ist. Es darf
keine Unterschiede zwischen den Bundesländern geben, das sind wir den Betroffenen
schuldig: Deshalb appelliere ich an jene drei Bundesländer, die sich zu diesem
Schritt noch nicht entschieden haben, ebenfalls dem EHS beizutreten. Ich möchte
alle Betroffenen, die in ihrer Vergangenheit schlimmstes Leid durch sexuelle
Gewalt erfahren mussten, zudem ermutigen, einen Antrag an das Ergänzende
Hilfesystem zu richten."

Weitere Vereinbarungen bestehen bereits mit der Freien und Hansestadt Hamburg,
den Ländern Schleswig-Holstein, Berlin, Baden-Württemberg, Saarland, Brandenburg
und Rheinland-Pfalz sowie den Freistaaten Sachsen, Bayern und Thüringen.
Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich neben dem Bund und Bayern darüber hinaus
auch bei den Hilfen für Betroffene im familiären Bereich.

Im nicht-staatlichen Bereich beteiligen sich die katholische und die evangelische
Kirche einschließlich der Diakonie, die Caritas, der Deutsche Olympische
Sportbund, das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Kinderschutzbund und die
Arbeiterwohlfahrt.

Das Ergänzende Hilfesystem von Bund, Ländern und verantwortlichen Institutionen
soll diejenigen unterstützen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellen
Missbrauch im institutionellen Bereich erlitten haben und noch heute an diesen
Folgewirkungen leiden. Die dreizehn Bundesländer erfüllen damit eine zentrale
Forderung des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauchs in Abhängigkeits-und
Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären
Bereich" (RTKM)

Der Bund hat bereits zum 01. Mai 2013 in Umsetzung der Empfehlungen des RTKM als
ersten Teil des Ergänzenden Hilfesystems für Betroffene sexueller Gewalt den
"Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" errichtet. Für das Ergänzende
Hilfesystem im institutionellen Bereich stellt der Bund die von ihm für den
"Fonds Sexueller Missbrauch" geschaffenen Organisationsstrukturen zur Verfügung.

Betroffene von sexuellem Missbrauch können über die Geschäftsstelle des FSM in
Berlin subsidiär zu bestehenden Hilfesystemen und Rechtsansprüchen die Übernahme
von Sachleistungen bis zu 10.000 Euro beantragen.

Weitere Informationen zum Ergänzenden Hilfesystem erhalten Sie unter
www.fonds-missbrauch.de .
 
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